Liebe Blogleser!
Ein weiteres Teammitglied stellt sich vor: Heide
Liebe Blogleser!
Nach dem ich mich nun schon aktiv an den Blogs beteiligt habe, wird es Zeit, dass ich mich auch einmal vorstelle. Ich bin Heide und 1958 geboren. Bis 1961 lebte ich in zwei Kinderheimen, danach kam ich zu Pflegeeltern, welche mich 1963 adoptierten.
Bei ihnen verlebte ich eine glückliche Kindheit und Jugend. Mit vierzehn Jahren erfuhr ich durch Zufall, dass ich adoptiert bin. Ich entdeckte Unterlagen, auf denen stand, dass meine Eltern nicht meine Eltern sind. Es gingen mir sofort viele Fragen durch den Kopf, es war sehr verwirrend. In diesem Moment, war ich allein zu Hause, es war nicht einfach. Da diese Entdeckung mich schockierte, brauchte ich Zeit, um damit umgehen zu können. Meine Eltern respektierten das und bedrängten mich nicht. Sie gaben mir aber zu erkennen, dass ich jederzeit mit ihnen sprechen konnte.
Ich wurde durch meine Adoptiveltern damals mangelhaft aufgeklärt. Heute weiß ich, dass dies aus Unwissenheit geschehen ist. Ich sehe die Ursache in der schlechten Beratung adoptierender Eltern durch das Jugendamt in der damaligen DDR. Nun verstand ich endlich die Geschichte, welche meine Mutter mir erzählen wollte. Ich wollte diese Geschichte in meiner Kindheit nicht hören, sie handelte von einem Jungen, welcher nicht bei seinen Eltern aufgewachsen ist.Im Nachhinein verstand ich, dass meine Mutter mich so mit dieser Thematik vertraut machen wollte.
Als ich siebzehn oder achtzehn Jahre alt war, boten meine Eltern mir an, mir bei der Suche nach meiner leiblichen Familie behilflich zu sein. Ich wollte es zum damaligen Zeitpunkt nicht, ich war noch nicht bereit dazu.
Ich musste erst neunundvierzig Jahre alt werden, um mich auf meine Wurzelsuche zu begeben. Bei der Suche nach meiner Herkunft, stöberte ich im Internet. In einem Forum für Betroffene von Adoption, lernte ich im Juli 2007 Eva Siebenherz kennen. Wir tauschten unsere „Geschichten" miteinander aus, lernten uns somit ein wenig kennen. Sie sprach über ihr Projekt, den Suchpool DDR Bürger und bat mich, ihr zu helfen. Ich tat es und mach es bis heute. Meine Aufgabe ist es, die eingehenden Suchanfragen zu bearbeiten. Ich erlebe somit täglich, wie Suchende uns als ihre letzte Hoffnung betrachten, um ihre Angehörigen zu finden. Oft sind es dramatische Schicksale und es ist nicht leicht, damit umzugehen. Gerade in solchen Situationen ist es wichtig, sich untereinander auszutauschen. Oft sprechen wir Teammitglieder des Suchpool DDR Bürger miteinander. Dies gibt Kraft, um weiterzumachen.
Der Erfolg gibt uns Recht.
Seit Bestehen dieser Seite helfe ich Alex beim Aufbau und bin von ihm als Moderatorin im Forum eingesetzt.Ich konnte in einem Adoptionsforum Erfahrungen als Moderatorin sammeln.
Durch meine frühkindlichen Erfahrungen (im Unterbewußtsein) haben bei mir in den vier Jahren Heimzeit Spuren hinterlassen, die auch nicht durch die große Fürsorge meiner Eltern verhindern lassen. Durch Herrn Dr. Burschel, den ich im Internet zufällig kennen lernte tauschten wir unsere Erfahrungen zum Thema Säuglingsheimkinder der 50er und 60er Jahre aus, da wir ziemlich ein Alter sind. Dabei stießen wir dann auf das Thema Deprivatisierung der Kinder in diesen Heimen. Dieses hat er in seiner Homepage http://www.saeuglingsheim-archiv.de/ und ich in meiner Hompage http://www.zwangsadoptierte-ddr.de zum Thema gemacht. Wir sind der Meinung, dass dieses Thema endlich an die Öffentlichkeit gehöhrt.
Ihre Heide

