Psycho- und Soziotherapie
Psychotherapeutisch werden alle bekannten Verfahren eingesetzt. Verhaltenstherapeutisch können die verschiedensten Probleme bearbeitet werden. Gemeinsam werden krankheitsauslösende Situationen und Faktoren analysiert, damit der Patient ihnen in Zukunft ausweichen kann. Rollenspiele sollen helfen, die sozialen Kompetenzen zu verbessern. Gegen die häufigen Konzentrationsstörungen hilft kognitives Training. Krankheitsinformationen sind wichtig, damit die Patienten z.B. bei Rezidiven den Beginn der Krankheit erkennen und eine Behandlung suchen können. Die Patienten müssen auch lernen, wie sie Belastungen sinnvoll bewältigen können.
Studien legen nahe, dass es häufiger zu Rückfällen kommt, wenn in der Familie Schizophrener ein besonders emotionaler, oft vorwurfsvoller Umgangston herrscht (expressed-emotions-Konzept). In Familientherapien wird dann versucht, andere Kommunikationsstile einzuüben.
Psychoanalytisch orientierte Verfahren werden eher selten angewandt, da die Gefahr einer emotionalen Überstimulation mit Anstieg der Rezidivhäufigkeit besteht.
Ein großes Problem für die soziale Reintegration ist die Minussymptomatik, die auf Arzneimittel oder sprachliche Behandlungsmethoden schlecht anspricht. Atypische Neuroleptika wirken wohl eher als typische Neuroleptika; für Amisulprid (Solian®) konnte ein positiver Effekt nachgewiesen werden. Für die notwendige Aktivierung sind die pflegerisch angewandten Therapieformen, z.B. Alltagsbewältigung, besonders wichtig. Ergänzt wird das Behandlungskonzept z.B. durch körperliche Aktivierung (Sport), Ergo- und Arbeitstherapie.
Quelle: Pflege Heute 2. Auflage
Ihre Heide- http://www.zwangsadoptierte-ddr.de/

geschrieben von Psycho-Alex, May 28, 2010
