EIN ARBEITSMODELL VOM SELBSTSELBSTEINSCHÄTZUNG
Unbedingte positive Wertschätzung nach Carl Rogers
Dadurch soll dem Kind vermittelt werden, dass es schlichtweg aufgrund seiner Existenz geliebt wird. An diese Form der Wertschätzung ist folglich keine Bedingung geknüpft. Der Begriff der „unbedingten positiven Wertschätzung“ basiert auf folgenden Überlegungen:
• Positive Wertschätzung vermittelt dem Kind das Gefühl, geliebt und wertvoll zu sein.
• Geliebte Kinder befürchten nicht negative Bewertungen oder Fehler. Das Kind kann sich neuen Zielen und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung zuwenden.
• Bedingungslose Liebe und Wertschätzung stellen einen Schutzfaktor für das Kind da.
Natürlich ist es für das Kind auch wichtig, von seinen Erziehern und Eltern ebenso angemessenes Feedback über die eigenen Schwächen zu erhalten. Dies sollte sich jedoch auf eine ganz bestimmte Leistung oder ein ganz bestimmtes Verhalten beziehen, nicht auf das Kind an sich. Bei der bedingten positiven Wertschätzung wird das Kind für eine bestimmte Erwartung belohnt und es fühlt sich nur solange wertvoll, wie es diese Erwartung erfüllt. Die Folge davon ist, daß das Kind nur noch Dinge tut, die für andere „akzeptabel“ sind und zögert, sich neuen Wagnissen zu stellen, um eine mögliche Zurückweisung nicht erleben zu müssen. Den Grad an Akzeptanz, welcher dem Kind mit der unbedingten positiven Wertschätzung vermittelt wird, benötigt es von mindestens einer Person zu jedem Zeitpunkt im Leben.
SELBSTEINSCHÄTZUNG/ FÖRDERUNG POSITIVER SELBSTEINSCHÄTZUNG
Pädagogische Maßnahmen zur Förderung von positiver Selbsteinschätzung beim Kind
• Das Kind bedingungslos wertschätzen. • Dem Kind zu Erfolgen verhelfen und dabei produktives Feedback geben. • Das Kind zur Selbständigkeit erziehen.
• Dem Kind helfen, soziale Fertigkeiten zu entwickeln.
• Das Kind ermutigen, positiv zu denken.
• Dem Kind Bedürfnisaufschub lehren.
• Dem Kind ein positives Modell darstellen.
SELBSTEINSCHÄTZUNG
Bis zum achten Lebensjahr entwickeln Kinder Kompetenz zur Selbsteinschätzung in fünf wichtigen Bereichen:
• Physische Erscheinung
• Soziale Akzeptanz
• Schulische Kompetenz
• Sportliche und künstlerische
• Fähigkeiten Verhaltensführung
Grundlegende Formen der Selbsteinschätzung bilden sich in der frühen Kindheit. Sie basieren auf eigenen Erwartungen sowie der eigenen Meinung, wie uns andere Menschen bewerten. Erzieher, Eltern und Gleichaltrige vermitteln starke Erwartungen und Bewertungen, welche die Entwicklung der Selbstwirksamkeit stark beeinflussen können. Bestimmte Aspekte der Selbsteinschätzung sind demnach abhängig von sozialen Standards und Zielsetzungen der Gruppe, in welcher sich das Kind befindet.
PÄDAGOGISCHE ANREGUNGEN
Ein resilienter Ansatz im Umgang mit
• mit Märchen, Geschichten und Liedern
• mit Wettbewerb, Fehlern und Versagen sowie
• mit Verlusten und Krisen
PÄDAGOGISCHE MAßNAHMEN
Die Erzieherin sollte dem Kind helfen,
• eigene Begabungen und Fertigkeiten, Interessen und Hobbies sowie soziale Fertigkeiten zu entwickeln und sich auch an anderen Kindern und Erwachsenen zu orientieren;
• Verantwortung zu übernehmen, d.h. sich zum aktiven Problemlöser zu entwickeln und für sich selbst die Verantwortung zu übernehmen,
• Bewältigungsmechanismen, d.h. emotions- und problemzentrierte Bewältigungsstile zu entwickeln,
• Ziele zu setzen und zu erreichen,
• eine bedeutungsvolle Lebensphilosophie zu vermitteln,
• eine Einstellung zum Bestmöglichen zu entwickeln,
• effektiv mit Veränderungen umzugehen,
• und schließlich sollte die Erzieherin dem Kind Erziehung, Struktur und ein gutes Rollenmodell bieten.
Michael Rutter (1997) hat in seinem Vortrag auf der VII. EECERA- Konferenz in München die folgenden Aspekte früher Interventionsmaßnahmen zusammengefasst:
• Es gibt deutliche Evidenz dafür, dass frühe Interventionsmaßnahmen erfolgreich sind
• Kontinuierliche Interventionsmaßnahmen sind insbesondere bei langfristigen Zielsetzungen erforderlich
• Multimodale Interventionsformen sind wünschenswert: Ansatz an vielen verschiedenen Einzelstellen gleichzeitig
• Interventionsmaßnahmen sollten die relevanten Risiko- oder Schutzfaktoren fokussieren
• Bei einer effektiven Intervention wird es notwendig sein, positive soziale Verhaltensweisen zu fördern und gleichzeitig deviante Verhaltensweisen zu minimieren
• Interventionen sind besonders effektiv, wenn die Familien deutlich den Nutzen bzw. die Erfolge erkennen können
• Es ist wünschenswert, wenn Interventionsmaßnahmen in Institutionen (z.B. Schule) integriert werden können Quelle: Wassilios E. Fthenakis, Folientexte zu einem Vortrag in Bremen 2001
Ihre Heide
