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Der kaukasische Kreidekreis- Darauf beruht das Adoptionskreisforum
Berthold Brecht
 
In dem Schauspiel „Der kaukasische Kreidekreis", von Bertolt Brecht, werden zwei Geschichten vorgetragen, die letztendlich auch zusammenfließen. Ein Sänger erzählt dieses Stück bei einer Wiederaufbauung eines Tals, um welches sich zwei Kolchosdörfer streiten, was in Brechts Buch ein Rahmenstück bildet. Zwei große Themen der Wltliteratur, werden vom Autor zu einem geschlossenen Kreis geführt. Zunächst beginnt er den Vortrag mit der ersten Geschichte, der armen Dienstbotin Grusche, die bei dem Gouverneur angestellt ist. Sie verlobt sich nach einigen Gesprächen, die sich im Buch mitverfolgen lassen, mit dem Soldaten Simon, der auch kurz darauf in den Krieg nach Persien geschickt wird. Schließlich wird Grusche wieder in den Palast des Gouverneurs gerufen, indem kurz zuvor der Gouverneur durch einen Anschlag der Fürsten geköpft worden ist und dessen Frau gerade, egoistisch befehlend, die Kleider und Luxusgüter für ihre Flucht zusammenstellt. Dabei vergisst sie bei der Abreise ihren kleinen Sohn Michel, den Grusche später verantwortungsvoll und gutmütig aufnimmt. Auf ihrer Flucht vor der Gefahr, dass Michel auch getötet werden könnte, falls man ihn findet, pflegt und erzieht Grusche ihn, wobei sie ihn immer mehr ins Herz schließt und ihn, nachdem sie mehrere Opfer auf sich genommen hat, sogar als ihren eigenen Sohn adoptiert. In ihrer Hilflosigkeit und Erschöpfung gelangt sie schließlich zum Hof ihres Bruders, der sie zwar pflegt, aber ihr keine langfristige Unterkunft gewähren kann, da er von seiner Frau unterdrückt wird, die Grusche misstrauisch gegenübersteht. So schlägt der Bruder Lavrenti Grusche vor, einen Bauern aus dem Dorf zu heiraten, der einen Hof hat und im Sterben liegt, um auch einen Vater für Michel zu haben. Missmutig in ihrem Elend findet Grusche keinen anderen Ausweg und nimmt den Vorschlag ihres Bruders an, der sie auch direkt zur Hochzeit begleitet. Dort heiratet sie den angeblich im Sterben liegenden Jussup in Anwesenheit eines billigen Mönchs und vielen neugierigen Gästen, die nach der Hochzeit kundgeben, dass die Soldaten heimkehren. Grusche reagiert erfreut, da sie ihren Verlobten Simon erwartet, doch wird plötzlich von ihrem Ehemann Jussup überrascht, der nach Ankündigung des Kriegsendes nicht mehr simuliert. So muss Grusche eine lange Zeit der Erwartung überstehen, bis auf einmal Simon zu ihr kommt, der sich nach ihrem Eid der Treue erkundigt. Schließlich teilt sie ihm mit, dass sie einen "eigenen" Sohn, Michel, hat, der kurz darauf unter Befehl seiner leiblichen Mutter, der Gouverneursfrau, fortgeführt wird. Mit diesem Übergang gelangt der Sänger zu seiner zweiten Geschichte über Azdak, der am Anfang dieses neuen Abschnittes unbewusst den Großfürsten bei sich aufnimmt. Als Azdak seinen Fehler bemerkt, liefert er sich aus Scham selbst dem Gerichtshof aus, in dem der Richter kurz zuvor von Teppichwebern gehängt worden ist. Doch er redet sich schließlich aus seinen Taten heraus und leugnet alles, bis plötzlich der fette Fürst mit seinem Neffen dazugelangt, um den neuen Richter ausfindig zu machen. Listig und redegewandt tritt Azdak der Herausforderung entgegen und wird später von den Panzerreitern zum neuen Stadtrichter ernannt. In Azdaks ersten Fällen urteilt er habgierig und vertritt rechtlos die untere Schicht. Zur Freude der Adligen soll Azdak nun ebenfalls gehängt werden, doch da der Großfürst fair Azdaks Hilfsbereitschaft schätzt, kann er sein Amt als Richter weiter ausüben. So urteilt Azdak letztendlich über den Gerichtsfall zwischen der Gouverneursfrau und Grusche, die beide "ihren" Sohn Michel erziehen wollen. Obwohl Grusche zunächst der Rhetorik der Anwälte von der Gouverneursfrau unterlegen ist, weiß Azdak nicht, wie er für das Kind entscheiden soll, da er Zweifel an der Adligen und Grusche hat. Doch da er erkennt, dass Grusche mit ihrer Seele an Michel hängt, anders als dessen leibliche Mutter, die sich hauptsächlich für das Erbe interessiert, versucht er, die Adlige zu überlisten. Daher beschließt Azdak, Michel in einen "Kreidekreis" zu stellen, um so zu prüfen, welcher Frau Michel wichtiger ist. Darauf sollen beide Frauen den Jungen zu sich ziehen, doch da Grusche Michel keine Schmerzen zufügen will, lässt sie los und bekommt am Ende Michel zugesprochen.


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Verschiedene Identität- was bedeutet das?
 
Adoptierte besitzen nach ihrer Adoption zwei Identitäten. Die angeborene und die „an- adoptierte“ Identität. Das ist für 95% aller Adoptierten meist ein lebenslanger Spagat. Ein Spagat, der für ca. 50% der Adoptierten oft nicht ohne Folgen bleibt. Unter Adoptierten, die unter diesem Spagat mehr leiden als andere, gibt es viele, die dadurch noch mehr Identitäten entwickeln, Scheinidentitäten, allgemein als Persönlichkeitsstörung, auch unter dem Namen Borderline bekannt. Es ist durchaus angebracht, Kinder und Jugendliche, nach verschiedenen Punkten zu unterscheiden: Unbeeinträchtigte Kinder und Jugendliche Kinder, die in einem normalen Umfeld bei den leiblichen Eltern aufwachsen, erleben ihre Kindheit wie viele andere auch. Eben „normal" mit allen Höhen und Tiefen - also nichts Besonderes. Beeinträchtigte Kinder und Jugendliche Beeinträchtigte Kinder sind solche, die in abnormalen Familienverhältnissen auf wachsen (Alkohol - und Drogenmissbrauch, häusliche Gewalt, schwere Krankheitsfälle oder Tod) sind oft Außenseiter, introvertiert und nur schwer in die Gesellschaft ein zu gliedern. Adoptierte Kinder und Jugendliche Adoptierte sind anders. Adoptierte sind vielfach durch die Adoption, die Adoptionsfolgen und das Umfeld gestört. Mehr oder weniger, das kommt darauf an, wie ausgeprägt die Persönlichkeit eines jeden Einzelnen ist. Die Gesellschaft, zu mindest aber die Adoptivfamilie (wenn bei einigen auch nur unterschwellig) und deren Verwandtschaft erwartet, dass das Adoptivkind der Familie seine Dankbarkeit dafür erweist, das es in „geordneten Verhältnissen aufwächst und es ihm an nichts fehlt". Viele Adoptivkinder (vor allem 90% der, in der DDR adoptierten Kinder) werden bzw. wurden mit sehr viel Strenge erzogen. Pubertäres Verhalten wird/wurde nicht toleriert. Adoptivkinder haben/hatten das große Problem (bis auf wenige Ausnahmen), dass sie nie wirklich sie selbst sein dürfen/durften. Sie leben als „Schattenmännchen" in der Gesellschaft. Wenn sie ihre ureigenste Individualität wirklich werden lassen, verbunden mit einem eventuell etwas „rebellischem" Verhalten, wird dieses sofort den „Genen" der Herkunftsfamilie angelastet und nicht etwa den Erziehungsmethoden der Adoptivfamilie. Als Kind hat man leider nie eine Wahl. Egal, ob es Scheidungen oder eine Adoption ist. In beiden Fällen werden die Kinder nicht gefragt, bei wem sie bleiben oder zu wem sie gehen möchten. Sicher, Ausnahmen bestätigen die Regel. Nicht alle Adoptierten treffen es schlecht. Das trifft nur auf eine kleine Gruppe Adoptierter zu. Formal gesehen. Die Sichtweisen der Adoptierten selbst, später als Erwachsene, sind vielfältig und meist völlig anders, als das eigene Erleben als Kind.

Als Kind müssen/mussten viele Adoptierte ihre Herkunft verleugnen und das gleich in zweifacher Hinsicht. Einmal, weil „adoptiert -sein" eben nicht die Normalität ist und zweitens, wegen der ursprünglichen Herkunft. Spätestens als Jugendlicher macht sich ein Adoptierter Gedanken (vorausgesetzt er weiß, dass er adoptiert wurde) aus was für einer Familie er gekommen ist. Denn eine Adoption hat immer einen Grund, eine Ursache. Wenn das Umfeld erfährt, dass gerade dieses Kind (z.B. vom Nachbarn) adoptiert wurde, wird meistens so laut über die möglichen Ursachen dieser Adoption spekuliert, dass es der Adoptierte ja auch hört. Aller spätestens zu diesem Zeitpunkt verliert ein adoptiertes Kind den Anspruch auf die eigene Individualität. Durch die Gesellschaft und durch sich selbst. Adoptierte, die nicht sofort nach der Geburt adoptiert werden, erfahren eine erste Prägung in der Herkunftsfamilie. Nach der Adoption erfolgt eine erste Anpassung an die Adoptivfamilie. Die Prägung durch die Adoptivfamilie erfolgt später, im Laufe vieler Jahre. Gilt für Adoptierte der Spruch „Mehr Schein als Sein"? Wenn ja, wo liegt die Ursache dafür, wenn Adoptierte diese Frage bejahen? Die Ursache dafür ist eindeutig und in erster Linie in der Gesellschaft zu suchen. So lange, wie das Thema Adoption weiter tabuisiert wird, so lange wird es weiterhin „Schattenmännchen ohne eigene Individualität" geben. In zweiter Linie liegt die Ursache im persönlichen Umfeld der Adoptivfamilie. Liebe Adoptiveltern, hört auf damit, Euren Adoptivkindern direkt oder indirekt, lebenslange Dankbarkeit ab zu verlangen. Ihr macht dadurch aus einem einzigartigem Wesen, ein „ zweizigartiges"! Jeder Mensch ist Einzigartig und das sollte er auch bleiben, Adoptivkinder haben denselben Anspruch darauf, einzigartig zu sein und vor allem zu bleiben! Ich habe dazu einen Vergleich im Internet gefunden. Er ist zwar etwas aus dem Kontext gerissen und trotzdem passt der Vergleich: „Ich selbst vergleiche mich mit einem Haus.
Die erste Familie hat es gebaut, hat darin gelebt.
Durch eine Tragödie wird es zerstört. Es ist nichts mehr, als eine Ruine.
Eine zweite Familie baut das Haus wieder auf, vielleicht wird es sogar noch schöner, aber trotzdem ist es nicht mehr dasselbe. Die Stimmen der vorherigen Familie sind unwiderruflich verstummt."

Denn nur unsere inneren Werte machen uns zu dem Menschen, der wir wirklich sind - mit allen Facetten unserer Persönlichkeit.
Ihre Heide


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