Drogensucht

Wer ab und zu mit Halluzinogenen einen Weg aus der Wirklichkeit sucht, betreibt eine schmale Gradwanderung zwischen kurzzeitigem Rauschzustand und Drogensucht. Die Sucht kommt dabei schleichend und der Betroffene merkt erst sehr spät, dass er abhängig ist.

Was sind Drogen?

Wenn man von Drogen spricht, meint man Rauschmittel. Diese Rauschmittel sind Stoffe, die in der Absicht hergestellt wurden, bei Menschen einen bewusstseinsverändernden Zustand herbeizuführen und zählen in nahezu allen Ländern dieser Welt zu den verbotenen Stoffen. Unterschieden wird hier zwischen pflanzlicher Droge, also beispielsweise Cannabis und chemischer Droge wie etwa MDMA (Ecstasy) oder LSD. Die Wirkungsweise der verschiedenen Drogen ist dabei völlig unterschiedlich.

Was ist Sucht?

Die Drogensucht ist meist psychisch und beginnt bei regelmäßiger Einnahme von psychotropen Substanzen schon sehr früh. Ein unüberwindbares Verlangen nach der Substanz, die man regelmäßig einnimmt, ist charakteristisch für eine Drogensucht. In seltenen Fällen treten sogar körperliche Entzugserscheinungen auf, wenn man die Droge, die man konsumiert, nicht weiter einnehmen kann, doch auch die gewöhnlich psychische Abhängigkeit von Drogen ist gefährlich. Der Süchtige denkst und handelt nach dem eingebildeten Wissen ohne die betreffende Substanz nicht mehr leben zu wollen und kann sich dieser Denkweise meist ohne Hilfe nicht wieder entziehen.

Pflanzliche Drogen

Die bekannteste pflanzliche Droge ist wohl Cannabis. Der Stoff d9THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol), ein psychoaktives Cannabinoid dessen Einnahme in der Regel zu assoziativem und sprunghaftem Denken führt und das Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigt. Je nach Zustand des Konsumenten kann der Konsum von Cannabis positives, aber auch negatives Empfinden auslösen. Nach der Einnahme treten oft ein Heißhungergefühl, trockener Mundraum und eine Rötung der Augen auf. Für die Entwicklung einer physischen Abhängigkeit bei Konsumenten der Hanfpflanze gibt es keine hinreichenden Belege, aber das psychische Abhängigkeitspotential ist bei Dauerkonsumenten, die über mehrere Jahre Cannabis geraucht haben, relativ hoch. Auch treten andere Beeinträchtigungen, wie die der Fahrtüchtigkeit gehäuft bei Langzeitkonsumenten auf, selbst wenn sie nüchtern sind.

Eine andere pflanzliche Droge, die jedoch wesentlich weiter verbreitet ist, ist der Alkohol. In Maßen als Genussmittel angesehen, wird er bei regelmäßigem Konsum, vor allem wenn dieser durch Kummer oder zum Entfliehen des tristen Alltags stattfindet, schnell zur Droge. Ist man einmal alkoholkrank, können sich die Beschaffung und der Konsum von Alkohol schnell zum lebensbestimmenden Aspekt entwickeln. Die Sucht selbst bezieht sich dabei nicht auf Bier, Wodka oder Schnaps, sondern auf das enthaltene Ethanol, welches umgangssprachlich auch als Alkohol bezeichnet wird. Aus diesem und dem Grund des freien Verkaufs von Alkohol ab 18 Jahren ist die Alkoholsucht die am weitesten verbreitete Drogensucht in Deutschland. Die Sucht nach Ethanol ist sowohl psychisch als auch körperlich bedingt und wird in Deutschland üblicherweise mit einem stationären Entzug und einer anschließenden Langzeittherapie entgegengewirkt. Während der Therapie werden verschiedene suchthemmende Mittel verabreicht, die die heftigen bis lebensbedrohlichen Entzugserscheinungen lindern sollen. Viele trockene Alkoholiker werden schwer rückfällig und können erst nach mehreren absolvierten Therapien als stabiler trockener Alkoholiker ein Leben ohne den Alkohol führen.

Chemische Drogen

Heroin ist ein starker, schmerzlindernder Stoff mit einem sehr hohen Abhängigkeitspotential. Die Einnahme von Heroin löst Euphorie aus, stillt nahezu jeden Schmerz und schläfert zugleich ein. Von vielen Konsumenten wird die Wirkung nach der intravenösen Einnahme von Heroin mit einem Orgasmus verglichen. Nach diesem Gefühl, dass sekundenlang anhält, tritt ein Gefühl der Geborgenheit und Zufriedenheit ein, denn seelischer und körperlicher Schmerz schwinden oder wird so gelindert, dass der Konsument ihn einfach ignorieren kann. Dies führt aber oft zur Vernachlässigung von Pflichten und durch die Probleme die daraus resultieren gerät der Konsument oft in frustrierende Situationen, die ihn wiederum dazu verleiten die nächste Dosis einzunehmen. In Extremfällen tritt hier der völlige Kontrollverlust im eigenen Leben ein: Verlust des Arbeitsplatzes, der Wohnung, etc.
Die Abhängigkeit von Heroin ist allerdings nicht nur psychisch durch oben beschriebene frustrierende Situationen, sondern auch körperlich bedingt. Bereits nach zwei Wochen des täglichen Konsums können körperliche Entzugserscheinungen auftreten, die sich durch Schmerzen, Schweißausbrüche, Schüttelfrost, Krämpfe und autoaggressivem Verhalten bemerkbar machen. Der Entzug der Droge benötigt meist 5-7 Tage und wird meist mit der Ersatzsubstanz Methadon vollzogen.

Eine andere weitverbreitete chemische Droge ist das Kokain. Nach Einnahme verschwinden Müdigkeits- und Hungergefühl, Euphorie tritt ein und der Konsument erhält ein Gefühl der gesteigerten Leistungsfähigkeit. Die Nebenwirkungen der Droge sind allerdings enorm. Während das Mittel zu einer Erhöhung des Pulses und der Atemfrequenz führt, verengt es gleichzeitig die Blutgefäße, sodass es leicht zu Herzrhythmusstörungen oder einem Hirninfarkt kommen kann. Schlimmer als diese körperlichen Nebenwirkungen sind jedoch die geistigen. Durch die Beeinträchtigung existenzieller Gefühle wie Hunger oder Schlafverlangen kann es zu extremen Mangelerscheinungen in diesen Bereichen führen. Durch den Schlafentzug, der mit dem Kokainkonsum einhergeht, können auch Angstzustände, Aggressivität und zeitliche bzw. räumliche Desorientierung auftreten. Eine der größten Gefahren, die vom Konsum dieser Droge ausgehen, ist jedoch die sogenannte Kokainpsychose. Die Wahnvorstellung, dass Insekten unter der Haut des Betroffenen krabbeln, ist dabei ein charakteristisches Symptom dieser Krankheit. Das Kokain körperlich abhängig macht ist nicht bekannt, jedoch ist die psychische Abhängigkeit enorm.

LSD ist, wie viele Halluzinogene, eine Entdeckung der Medizin und wurde in Psychatrien zur Tiefenpsychologie und zur Behandlung von Alkoholkranken verwendet. Der Rauschzustand, der durch LSD hervorgerufen wird, ist so heftig, dass einige Konsumenten ihr Leben auch nach nur seltenem oder sogar einmaligem Konsum ihre Weltanschauung dauerhaft verändern. Es gibt sogar religiöse Kulte, die LSD als eine Art Sakrament ansehen. Die größte Gefahr für LSD-Konsumenten geht von der eigenen Umwelt aus, das sie jelgiches Gefühl für gefährliche Situationen verlieren können. LSD erzeugt keine körperliche Abhängigkeit, ist jedoch kann es eine sehr starke psychische Abhängigkeit auslösen.

MDMA, der Stoff der die Ecstasy-Tablette zu dem macht, was sie ist, lässt die Konsumenten ähnlich, wie Kokain jegliches Hunger-, Durst- und Schlafverlangen ignorieren. Die eigene Leistungsfähigkeit scheint gesteigert und die Betroffenen könne ungehemmter Kontakt zu ihren Mitmenschen aufbauen, werden sich ihrer Gefühle bewusster und sind meist grundsätzlich jedem Menschen gegenüber positiv eingestellt. Der Konsument hat meist einen inneren Drang danach zu jeder Musik, die läuft, zu tanzen. MDMA hat sich als Szenedroge bei Ravern etabliert, vermutlich, weil sie das Tanzerlebnis intensivieren. Die Droge hat ein gewisses Abhängigkeitspotential, der sich allerdings nur selten auf den täglichen Konsum hinausentwickelt, sondern eher situationsbedingt, also in solchen Situationen, in denen üblicherweise das MDMA eingenommen wurde, auftritt.

Fazit

Allgemein ist eine Drogensucht immer mit dem Abgeben eines gewissen Teiles der Selbstkontrolle an die Droge verbunden. Nahezu alle Drogen können psychisch abhängig machen, führen in schweren Fällen dazu, dass der Konsument seinen gesamten Besitz für die Droge versetzt, und sind somit mit dem sozialen Abstieg der daraus erfolgt, in Verbindung zu bringen. Je nach Art der Droge kann die Sucht unterschiedliche Ausprägungen haben und auch körperliche Krankheiten auslösen. Die schweren psychischen Schäden, die ein dauerhafter Drogenkonsum mit sich bringen kann, sind ebenfalls enorm. Wer selbst süchtig ist, sollte eine Drogenberatungsstelle aufsuchen und die dort angebotenen Hilfen in Anspruch nehmen. Alleine aus dem Strudel der Sucht zu entwischen ist nahezu unmöglich und je nach Umfang und Dauer der Drogensucht ist in vielen Fällen sogar eine schnelle, wenig bis gar nicht schmerzhafte Hilfe möglich.
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