Imipramin

Handelsname in Deutschland: Tofranil

Dosierung von Imipramin: 10mg, 25mg, 100mg ( ohne Gewähr )

TablettenChemisch gesehen zählt Imipramin zur Kategorie der Dibenzazepine und gehört als Arzneistoff der Gruppe der Antidepressiva an.

Die Geschichte

Der erste moderne Arzneistoff überhaupt, zur Behandlung von Depressionen war Imipramin. Er wurde zum Prototypen einer ganzen Reihe von Psychopharmaka. Erstmals erschien Imipramin 1958 auf dem Markt. Entwickler und Hersteller war ein Schweizer Konzern namens Geigy, der sich heute Novartis nennt.
Eigentlich war es als Antidepressivum eine Zufallsentdeckung. Als Neuroleptikum sollte es bei Schizophrenieerkrankungen eingesetzt werden. Als man dann bei der klinischen Erprobung feststellte, dass es für diese Behandlung ungeeignet war; jedoch aber gegen depressive Symptome wirkte. Strukturell ist Imipramin ein Analogon des Promazins.

Indikationen

Das Arzneimittel Imipramin ist für alle depressiven Erkrankungen zugelassen. Außerdem auch zur adjuvanten Therapie bei chronischen Schmerzen.
Bei Phobien und Angstzuständen ist diese Anwendung gängig. Allerdings geschieht sie ohne eine entsprechende Zulassung.
Bei Patienten mit Panikanfällen, die Imipramin zu sich nehmen und zusätzlich eine kognitive Verhaltenstherapie machen, kommt es weniger zu Rückfällen, als bei denjenigen, die nur eine kognitive Verhaltenstherapie machen.

Wirkung

Im Zentralen Nervensystem soll Imipramin die Rückaufnahme von Monoaminen hemmen. Somit bewirkt sie einen Konzentrationsanstieg der Neradrenalin und Neurotransmitter Serotin im Plasma. Durch Mangel dieser Botenstoffe bei Depressionen, wird dieser nun durch die vermehrte Verfügbarkeit ausgeglichen. So ist die neuronale Übertragung verbessert und führt schlussendlich zu einer Milderung der depressiven Symptome.
Außerdem greifen die weiteren Prozesse im Gehirn ein und wirkt so z. B. anticholinerg und antihistaminisch. So entstehen die charakteristischen Nebenwirkungen der Antidepressiva.
Die dämpfenden und aktivierenden Teilwirkungen sind ungefähr ausgeglichen. Stimmungsaufhellende Stoffe mit einer ähnlichen Wirkung werden ebenfalls als Antidrepessiva bezeichnet. Sogar solche, die nicht einmal zu den Trizyklika gehören.
Im Laufe der Anwendungsdauer vermindert sich meist die sedierende Wirkkomponente. Erst nach ca. 2 bis 3 Wochen Einnahmezeit tritt der Effekt der Stimmungsaufhellung ein.

Schwangerschaft und Stillzeit

Natürlich gibt es eindeutige Anweisungen für Risiken des menschlichen Fötus. Doch die Nutzen für die Mutter können überwiegen. Bei den Neugeborenen, deren Mütter bis zu Geburt Imipramin eingenommen haben, zeigte sich von Anfang an bis hin zu Tagen verschiedene Symptome wie z. B. Zittern oder Krämpfe, Atemstörungen, Koliken oder Reizbarkeit. So weit es geht, sollte zur Vermeidung dieser Symptome, Imipramin mindestens sieben Wochen vor dem Geburtstermin abgesetzt werden. Einige Stoffe des Imipramin treten auch in die Muttermilch über. Leider ist aber über die klinische Relevanz für den Neugeborenen nichts bekannt. Demnach sollte das Medikament abgesetzt werden oder es sollte abgestillt werden.

Reaktionsbereitschaft

Es können zentralnervöse Symptome wie verschwommenes Sehen oder Schläfrigkeit aufkommen. Wenn diese Symptome auftreten, sollten die Patienten keine Maschinen bedienen, kein Motorfahrzeug lenken und ebenfalls keine Tätigkeiten ausüben, die vollste Aufmerksamkeit erfordern.

Sehr häufige Nebenwirkungen bei Imipramin

Mundtrockenheit
Verstopfung
Schwindel
Hitzewallungen
Gewichtszunahme

Häufige Nebenwirkungen bei Imipramin

Blasenschwäche
Durchfall
innere Unruhe
Stimmungsübersteigerungen
Kopfschmerzen
sexuelle Funktionsstörungen

Nebenwirkungen

Vorwiegend hat Imipramin vegetative Nebenwirkungen wie z. B. Impotenz, Magen-Darm-Probleme, Mydriasis, Akkommodationsstörungen, Durstgefühl, Mundtrockenheit und Hypotonie, Tachykardie, Herzrhythmusstörungen. Aber das war noch nicht alles. Weiterhin können auftreten: Erregungsleitungsstörungen am Herzen, Hautausschlag, Blutbildveränderungen, Gewichtszunahme, Schwindelgefühle, Kopfschmerzen, Unruhe, Ataxie und Tremor.

Genotoxisches Potential

Imipramin führt in einem Versuch an der Drosophila zu Erbgutschäden. Außerdem erhöht sich durch Einnahme dieses Medikamentes das Brustkrebsrisiko. Jedoch ist von Imipramin kein karzinogenes oder mutagenes Potential bekannt, laut der Fachinformation. Dies bedeutet im Klartext, dass es keine Hinweise darauf gibt, dass es Krebs auslösen oder Erbgut beschädigen kann.

Fazit

Wer extrem unter seinen Depressionen leidet, für den ist dieses Mittel sicherlich eine Linderung. Allerdings sollte man hier genau die Nebenwirkungen im Auge behalten und dieses Arzneimittel, wenn möglich, nicht in der Schwangerschaft anwenden. Auch wenn es keine eindeutigen Hinweise auf Schäden gibt.

Imipramin bewerten

Ihr könnt auch das Medikament Imipramin bewerten, falls ihr diese Tabletten nehmt. Gerne könnt ihr zum Medikament Kommentieren und Erfahrungsberichte einsehen oder schreiben. Bitte folgenden Link dazu aufrufen.
http://community.psycho-alex.de/erfahrungsberichte/15-imipramin