Methylphenidat

Handelsname in Deutschland: Ritalin, Concerta

Siehe auch: Ritalin

Dosierung von Methylphenidat: 2,5mg 5mg, 10mg, 20mg maximal 60 mg bei Kindern bzw. 80 mg bei Erwachsenen ( ohne Gewähr )

Tabletten

Obwohl bereits seit den 1950ern auf dem Markt, wurde Methylphenidat, besser bekannt unter den Handelsnamen Ritalin und Concerta, erst in den 90ern zu einem weitverbreitet eingesetzten Medikament. Mit der Zunahme an Diagnosen, die bei Kindern Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (kurz: ADHS) feststellten, stieg auch die Verwendung dieses Arzneimittels an und ist bis heute eine der am häufigsten verwendeten Psychostimulanzien für die Behandlung von ADHS.

Methylphenidat ist, ähnlich wie der verwandte Wirkstoff Amphetamin, ein auf das zentrale Nervensystem anregend wirkendes Medikament, das die Aufmerksamkeit des Patienten erhöht und Müdigkeit reduziert, weshalb es auch häufig bei der Behandlung von Narkolepsie verwendet wird.

Funktion und Anwendungsgebiete von Methylphenidat

Methylphenidat ist primär ein Dopamin-und Norepinephrin-Wiederaufnahmehemmer. Dopamin und Norepinephrin sind Neurotransmitter, also Botenstoffe, die im Körper bestimmte Funktionen regulieren, wie zum Beispiel Aufmerksamkeit, Müdigkeit oder Herzfrequenz. Werden diese Botenstoffe von den Nervenzellen ausgeschüttet, stimulieren sie einen entsprechenden Teil des Körper und werden danach wieder absorbiert, also von den Zellen "eingesammelt". Ein Wiederaufnahmehemmer verändert diesen Vorgang, indem es diese Absorption verlangsamt, die Neurotransmitter also länger und effektiver arbeiten können.

Hauptsächlich kommt Methylphenidat bei der medikamentösen Behandlung von ADHS zum Einsatz, da angenommen wird, dass die Krankheit auf einen Mangel an Dopamin im Gehirn zurückzuführen ist. Aufgrund der allgemein anregenden Wirkung wird der Wirkstoff aber auch für andere Erkrankungen eingesetzt. Narkolepsie, eine Krankheit, die übermäßige Müdigkeit und Schläfrigkeit verursacht, lässt sich effektiv mit dem wachhaltenden Mittel bekämpfen. Darüber hinaus wird es gelegentlich bei der Behandlung depressiver Störungen in Verbindung mit regulären Antidepressive verwendet oder Patienten verabreicht, die Schmerzmittel mit stark einschläfernder Wirkung einsetzen.

Aufgrund der leistungs- und konzentrationssteigernden Wirkung wird das Medikament immer häufiger von Schülern und Studenten vor und während Prüfungsphasen missbraucht. Im Gegensatz zu vielen anderen Stimulanzien macht Methylphenidat allerdings nur vergleichsweise selten abhängig und produziert auch kaum euphorische Effekte, weshalb das Missbrauchspotenzial allgemein geringer ist als bei anderen amphetaminähnlichen Wirkstoffen. Dennoch wird das Mittel in den meisten Ländern, wie auch in Deutschland, als Betäubungsmittel eingestuft und unterliegt somit strengen Kontrollen. Allein der Besitz ohne entsprechendes Rezept kann strafbar sein.

Nebenwirkungen und Interaktionen von Methylphenidat

Wie alle Medikamente kann auch Methylphenidat Nebenwirkungen verursachen. Zu den häufigsten gehören

  • Nervosität
  • Schlafstörungen
  • Benommenheit
  • Magenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Appetitverlust
  • Veränderter Blutdruck/Puls

Die genauen Nebenwirkungen längerfristiger Behandlungen mit Methylphenidat sind noch nicht eindeutig geklärt. So kann das Medikament beispielsweise in sehr seltenen Fällen eine psychotische Episode auslösen. Auch die Frage, ob das Mittel bei Kindern und Jugendlichen, die am häufigsten mit ADHS diagnostiziert werden, einen negativen Einfluss auf die neurologische Entwicklung haben kann, ist nicht ausreichend untersucht. Allerdings deuten die meisten Studien darauf hin, dass eine ärztlich kontrollierte Nutzung sicher ist.

Gleichzeitige Nutzung von Methylphenidat und Alkohol kann die Wirkung des Medikaments verstärken. Unbedingt vermieden werden sollte die gleichzeitige Einnahme von Methylphenidat und trizyklischen Antidepressiva oder MAO-Hemmern. Besondere Vorsicht ist bei Menschen mit epileptischen Störungen geboten, da das Medikament das Auftreten von Krämpfen erhöhen kann. Schwangere und Menschen mit Herzproblemen sollten das Medikament ebenfalls nur nach sorgfältiger, ärztlicher Abwägung einnehmen.

Fazit zu Methylphenidat

Eine Diskussion über Methylphenidat selbst ist auch immer mit einer Diskussion der Krankheit ADHS verbunden. In den letzten Jahren häufte sich die Kritik an der medizinischen Praxis, vor allem in den USA, die immer regelmäßiger Aufmerksamkeitsstörungen diagnostiziert und entsprechende Medikamente verschreibt. Zwar gibt es keine Studien, die eine schädigende Wirkung nach längerer Behandlung zeigen, dennoch stellt sich aus medizinethischer Sicht die Frage, ob die Nutzung psychotroper Medikamente bereits im Kindesalter anderen Therapiemethoden vorzuziehen ist. Die kurzfristige Wirksamkeit ist hingegen belegt und eine ärztlich überwachte Gabe des Mittels ist grundsätzlich ungefährlich, die Gegenargumente sind also begrenzt. Weniger kontrovers ist die Auffassung, dass ADHS zu schnell diagnostiziert wird, eine vorsichtigere Verwendung der Medikamente also sicherlich angebracht wäre.

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