Ritalin

Wirkstoff: Methylphenidat

siehe auch Methylphenidat

TablettenDosierung von Ritalin: 2,5mg 5mg, 10mg, 20mg maximal 60 mg bei Kindern bzw. 80 mg bei Erwachsenen ( ohne Gewähr )

Geschichtliche Hintergründe

Die Entwicklung des Ritalins geht bis in das Jahr 1944 zurück. Es stammt ursprünglich aus der wissenschaftlichen Forschung von Leandro Panizzon. Der Handelsbezeichnung Ritalin stammt ursprünglich von der Frau des Wissenschaftlers, an der er die Substanz Methylphendiat mit erstaunlichen Resultaten testete.
Nach dem Jahre 1954 galt das Medikament als rezeptfreier Arzneistoff. Da jedoch Ritalin einen suchterzeugenden Charakter besitzt, unterliegt es seit 1971 dem Betäubungsmittelgesetz in Deutschland.

Physiologische Wirkung von Ritalin

Ritalin trägt dazu bei, dass eine zunehmende Resorption der Hormone Dopamin, Serotonin und Noradrenalin dort gewährleistet wird, wo dies zu deren vermehrter Anreicherung im synaptischen Spalt führt. In Folge dessen kommt es zu einer Erhöhung der am sogenannten Nervenrezeptor ankommenden Signale. Dies bedeutet gleichsam auch eine Zunahme der Kontraktionsfähigkeit am Sympathikus, was auch als Sympathikotonus bezeichnet wird.
Eine weitere Wirkung besitzt Ritalin als Gegenspieler der Serotonin-Aufnehmer 5-HT1A und 5-HT2B. Durch die überstimulierenden Effekte von Ritalin und der gleichsam auftretenden Verminderung der Noradrenalins, Dopamins und des Serotonins.
In einfacheren Worten ausgedrückt, zeigt sich die Wirkung des Methylphendiats darin, dass sich unter deren Einnahme verschiedene leistungs- und antriebssteigernde Effekte auftreten, die in der Psychiatrie gleichsam als psychanaleptische Wirkung zusammengefasst werden. Müdigkeit und Antriebshemmungen nehmen ab, sowohl die geistige als auch die körperliche Leistungskapazität kann über einen kurzen Zeitraum erhöht werden.

Gegenwärtige Bedeutung von Ritalin

Dieses Medikament ist in großem Umfang insbesondere dadurch bekannt geworden, dass es für die medikamentöse Behandlung von hyperaktiven Kindern in der Psychiatrie und Neurologie ein breites Einsatzgebiet gefunden hat. Kinder, die unter dem sogenannten ADHS- oder Aufmerksamkeits Defizit Hyperaktivitäts Syndrom leiden, werden therapeutisch durch Ritalin begleitet, um das alltägliche Leben meistern zu können. Dies ist deshalb möglich, weil sich die eigentliche psychoanaleptische Wirkung bei hyperaktiven Kindern mit Ritalin umkehrt. Das bedeutet, dass sich die körperlichen Überaktivitäten durch diesen Arzneistoff dämpfen und ausgleichen lassen. In diesem Zusammenhang wird Ritalin nicht als Heilungschance angesehen, sondern lediglich als eine hilfreiche "Krücke" für diese Kinder.
Ritalin wird nicht nur bei Kindern und Jugendlichen, sondern gleichsam innerhalb der medikamentösen Therapie bei Erwachsenen verwendet. Die Verordnung darf gegenwärtig im Rahmen der sogenannten Psychostimulation bei erwachsenen Menschen nur eingeschränkt erfolgen, da die Zulassungserlaubnis des Ritalins für diese Indikation noch nicht vorliegt. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Krankenkassen die Kosten für dieses Medikament als Erwachsenenverordnung nicht tragen. Grundsätzlich wird Ritalin nur dann rezeptiert, wenn es sich um das Vorliegen organischer Befunde handelt. Eine Behandlung mit Ritalin, ohne die eigentlichen Krankheitsursachen zu erfassen und zu therapieren, wird aufgrund der teilweise bedenklichen Neben- und Nachwirkungen des Ritalins den überwiegenden Fällen nicht angeraten. Wird Ritalin bei ADHS lediglich dafür genutzt, um die typischen Krankheitszeichen zu unterdrücken, kann dies zu schwerwiegenden und andauernden Änderungen des Verhaltens der Patienten führen.
Neben der Bedeutung als Therapiestütze bei ADHS gilt Ritalin gleichsam als appetitreduzierende Substanz und wird bei unzureichender Aufklärung häufig als Appetitzügler eingenommen.

Methylphendiat und Sucht

Die suchterzeugende Wirkung des Ritalins entsteht insbesondere dann, wenn es sich um hohe Dosierungen handelt, die über einen langen Zeitraum verschrieben werden. Unbestritten sind die außerordentlich antriebssteigernde, euphorisierende Wirkung des Ritalins. Außerdem wurde im Rahmen von Langzeitstudien erkannt, dass beim Absetzen von Ritalin depressive Zustände die Folge sein können. Auch Psychosen können in diesem Zusammenhang angenommen werden. Aus diesem Grund wird die Verabreichung des Ritalins gegenwärtig eher skeptisch betrachtet und alternative Therapiemethoden in den Vordergrund gebracht.

Nebenwirkungen von Ritalin

Die Nebenwirkungen des Ritalins drücken sich einer Zunahme des Körpergewichts und einer Verzögerung des Körperwachstums sowie einem verringerten Appetit und einem dadurch eingeschränkten Ess- und Trinkverhalten aus. Darüber hinaus leiden die Kinder häufig unter Beeinträchtigungen der Verdauungstätigkeit, Übelkeit und Bauchschmerzen mit Erbrechen treten auf. Hautveränderungen, die sich aufgrund der erhöhten Schweißabsonderung einstellen, führen häufig zu Hautentzündungen, Juckreiz und Ödemen sowie dem Verlust der Haare in einzelnen Fällen.
Zu den psychischen Nebenwirkungen gehören Schlaflosigkeit und Nervosität sowie viele spezielle Nebenwirkungen, die beinahe erschreckend sind und die Suche nach alternativen Therapiemethoden begründen, da es sich in der Regel auch meist um Kinder handelt, die mit Ritalin behandelt werden.

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