Sertralin

Handelsname von Sertralin: Zoloft

Dosierung von Sertralin: 25mg, 50mg, 100mg; Maximal 400mg pro Tag (ohne Gewähr)

Tabletten

Sertralin gehört zu einem der am häufigsten verschriebenen Antidepressiva der Welt, dessen Vorteile hauptsächlich in der Breite der Anwendungsgebiete und der Wirksamkeit liegt. Eine italienische Studie zeigte 2009, dass unter zwölf gängigen Antidepressiva ähnlichen Typs das Mittel Sertralin, neben Escitalopram, die besten Ergebnisse erzielt, was in Verbindung mit dem seltenen Auftreten schwerer Nebenwirkungen und den geringen Kosten das Medikament zu einem idealen Präparat für den Beginn einer Behandlung depressiver Erkrankungen macht.

Sertralin schneidet auch im Vergleich mit seinen Vorgängern, den heute nur noch sehr selten eingesetzten trizyklischen Antidepressiva, gut ab. Diese werden zwar weiterhin als sehr effektiv angesehen, die häufigen und gravierenden Nebenwirkungen rechtfertigen den Einsatz aber nur selten. Mit Sertralin wurde ein Wirkstoff gefunden, der die gleiche Effizienz älterer Medikamente mit der Verträglichkeit der neuen Präparate verbindet.

Funktion und Anwendungsgebiet von Sertralin

Sertralin ist ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), dessen Wirkung in der Erhöhung der Serotoninkonzentration im Gehirn liegt. Dieser Neurotransmitter wird von verschiedenen Nervenzellen verwendet, um viele körperliche und mentale Funktionen zu regulieren. Bei Depressionen liegt eine Unterversorgung dieser Botenstoffe vor, Funktionen wie Motivation oder auch die Stimmungslage können nicht adäquat gesteuert werden. Sertralin sorgt dafür, dass mehr Serotonin zur Verfügung steht, wodurch das zentrale Nervensystem störungsfreier arbeiten kann.

Eingesetzt wird Sertralin hauptsächlich bei Depressionen. Dabei ist es in etwa gleich wirksam bei der Behandlung schwerer und moderater Depressionen sowie Dysthymie, einer milderen, chronischen Form der Depression. Bei depressiven Patienten mit gleichzeitig auftretenden Panikstörungen kommt das Präparat ebenfalls zum Einsatz und kann darüber hinaus sogar bei Menschen mit Persönlichkeitsstörungen die Auffälligkeit negativer Persönlichkeitsmerkmale reduzieren.

Das Anwendungsgebiet umfasst noch weitere psychiatrische Erkrankungen. Zwangsstörungen lassen sich mit Sertralin ebenfalls erfolgreich behandeln, benötigen aber höhere Dosen als Depressionen. Panikstörungen sprechen meist auch gut auf den Wirkstoff an, dessen Wirksamkeit nimmt jedoch mit Ausprägungsgrad der Erkrankung ab. Des Weiteren lassen sich Sozialphobien und posttraumatische Belastungsstörungen mit Sertralin ebenso gut behandeln wie mit den meisten Alternativen. Ferner zeigte das Medikament positive Ergebnisse bei experimenteller Behandlung generalisierter Angststörungen und Essstörungen, wie Bulimie.

Nebenwirkungen und Interaktionen von Sertralin

Allgemeine Verträglichkeit ist zwar eine der prägenden Faktoren des Medikaments, dennoch sind bestimmte Nebenwirkungen nicht auszuschließen. Zu den häufigsten zählen:

  • Müdigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Mundtrockenheit
  • Kopfschmerzen
  • sexuelle Funktionsstörung
  • Schwindelgefühl

 

Viele der auftretenden Nebenwirkungen nehmen nach einer kurzen Gewöhnungsphase ab. Die Verwendung von Sertralin bei der Behandlung depressiver Erkrankungen bei Menschen bis 25 Jahre kann das Selbstmordrisiko erhöhen. Der Gebrauch während der Schwangerschaft kann negative Auswirkungen auf Entwicklung des Fötus haben und Geburtsfehler verursachen, weshalb eine ausführliche Konsultation des Arztes empfohlen wird. Da das Mittel über die Leber abgebaut wird, sollten Menschen mit Leberstörungen ihren Arzt auf diese aufmerksam machen und gegebenenfalls eine geringere Dosis einnehmen. Sertralin sollte nur nach Rücksprache mit einem Arzt in Verbindung mit anderen Psychopharmaka eingenommen werden. Der Konsum von Grapefruit kann unter Umständen die Aufnahme des Medikaments verstärken und so eine leichte Überdosis verursachen. Außerdem sollte das Medikament nicht spontan abgesetzt, sondern langsam reduziert werden.

Fazit zu Sertralin

Vielen Menschen, die unter Depressionen leiden, kann durch eine medikamentöse Therapie geholfen werden. Allerdings reagiert jeder einzelne Patient unterschiedlich auf Medikamente, sogar wenn diese nach demselben Prinzip funktionieren. Da es unmöglich ist abzuschätzen, wer auf welchen Wirkstoff anspricht, ist es nicht unüblich, während der Behandlung die Medikamente zu wechseln. Sertralin ist zwar deshalb so weit verbreitet, weil es sich als effektiv erwiesen hat, aber noch lange keine Allheilmittel. Selbst wenn Sertralin nicht hilft, sollte man nicht sofort aufgeben. In den meisten Fällen lohnt sich ein Medikamentenwechsel. Und wie bei allen Psychopharmaka gilt auch bei Sertralin, dass eine Kombination aus Medikamenten und Psychotherapie besser wirkt, als eine der beiden Maßnahmen alleine.

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