Venlafaxin

Handelsnamen von Venlafaxin: Trevilor, Efexor

siehe auch: Trevilor

Venlafaxin Nebenwirkungen und Wirkung auf Psycho-Alex.

Dosierung von Venlafaxin: 37,5mg, 75mg, 150mg, 225mg, Maximaldosis von 325mg bis 450mg täglich ( ohne Gewähr )

Tabletten

Bis heute sind die Ursachen depressiver Erkrankungen nicht vollständig erforscht, die Medizin versucht aber bereits seit 1950, als die Entwicklung psychoaktiver Medikamente im großen Stil begann, mit immer effektiveren Mitteln den Betroffenen zu helfen. Venlafaxin gehört zu einer der neusten Generationen von Antidepressiva, den sogenannten Serotonin-Norepinephrin-Wiederaufnahmehemmern (kurz: SNRI), die in den letzten Jahren immer häufiger bei depressiven Erkrankungen angewendet werden. Von diesen SNRI ist Venlafaxin eines der vielversprechendsten Wirkstoffe. Im direkten Vergleich zu den bisher eingesetzten SSRI, den Vorgängern der SNRI, ist Venlafaxin nicht nur allgemein erfolgreicher bei der Behandlung von Depressionen, sondern verursacht durchschnittlich weniger Nebenwirkungen.

Funktion und Anwendungsgebiete von Venlafaxin

Wiederaufnahmehemmer sind Medikamente, welche die Konzentration bestimmter Neurotransmitter im Gehirn erhöhen. Viele Antidepressiva erhöhen ausschließlich die Konzentration des Botenstoffes Serotonin, der für die Regulierung des Wohlbefindens und der allgemeinen Stimmung verantwortlich ist, um so die Symptome einer Depression zu bekämpfen. Die moderneren SNRI, wie Venlafaxin, erhöhen aber nicht nur die Serotoninkonzentration, sondern auch die Menge an Norepinephrin. Dieser adrenalinähnliche Neurotransmitter reguliert Funktionen wie Aufmerksamkeit und Stoffwechsel, kann also sekundäre Symptome wie Lethargie und Antriebslosigkeit bekämpfen.

Auffallend an Venlafaxin ist, dass die Wirkung dosisabhängig ist. Bei Dosierungen bis 150mg am Tag wirkt das Medikament vor allem als Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, erst mit höheren Dosen wird eine Erhöhung des Norepinephrinspiegels deutlich. In hohen Dosen von mehr als 300mg am Tag wird sogar die Dopaminmenge erhöht, das Mittel kann also weitere Wirkungen entfalten.

Angewendet wird es nicht nur bei Depressionen, sondern auch bei ähnlichen und häufig komorbiden, also gleichzeitig auftretenden, psychologischen Erkrankungen wie generalisierten Angststörungen, Sozialphobien und Panikstörungen. Eine experimentelle Behandlung von Zwangsstörungen zeigte ebenfalls vielversprechende Ergebnisse. Wie bei den meisten Antidepressiva üblich, entfaltet Venlafaxin seine volle Wirkung erst nach etwa 2-4 Wochen. Bei behandlungsresistenten Erkrankungen, die auf Venlafaxin alleine nicht oder nur bedingt ansprechen, kann das Mittel mit anderen Wirkstoffen kombiniert werden. Am häufigsten kommen dabei Medikamente, die die Aufnahme Venlafaxins durch den Stoffwechsel verbessern, sowie Schilddrüsenhormone oder andere Antidepressiva zum Einsatz.

Nebenwirkungen und Interaktionen von Venlafaxin

Obwohl die Nebenwirkungen von Venlafaxin seltener und weniger stark auftreten, als die anderer Antidepressiva, sollte man sich möglicher unerwünschter Folgen bewusst sein. Zu den häufigsten zählen:

  • Kopfschmerzen
  • Schlaflosigkeit
  • Übelkeit
  • Schwindelgefühl
  • Müdigkeit
  • sexuelle Funktionsstörung

 

Wie fast alle anderen Antidepressiva kann auch Venlafaxin bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen das Selbstmordrisiko erhöhen. Bei Schwangeren kann Venlafaxin das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen.

Die Verwendung von Venlafaxin in Verbindung mit anderen Psychopharmaka oder Johanniskraut sollte vorher mit dem Arzt besprochen werden, da diese Kombination die Wirkung der einzelnen Medikamente erhöhen und so ein Serotonin-Syndrom auslösen kann. Dieses zeichnet sich durch Symptome wie Nervosität, Muskelzuckungen und Herzrasen aus und sollte dringend ärztlich behandelt werden. Ein Serotonin-Syndrom kann in seltenen Fällen auch Resultat einer Überdosis sein.

Außerdem sollte das Mittel nicht abrupt abgesetzt werden, da sich die Nervenzellen erst an den veränderten Serotoninlevel gewöhnen müssen. Gerade Venlafaxin, das vergleichsweise schnell abgebaut wird, sollte über einen Zeitraum von mindestens einer Woche schrittweise reduziert werden, um dieses Absetzsyndrom zu verhindern.

Fazit zu Venlafaxin

Die Medizin hat große Fortschritte bei der medikamentösen Behandlung von Depressionen gemacht und Venlafaxin ist eines der erfolgreichsten und sichersten Wirkstoffe, die zu diesem Zweck eingesetzt werden. Im Vergleich zu älteren Mitteln wie trizyklischen Antidepressiva oder MAO-Hemmern verursachen SNRI bedeutend weniger Nebenwirkungen, sind auch sonst besser verträglich und können sogar den Patienten helfen, deren Symptome durch eine Behandlung mit anderen Antidepressiva nicht reduziert wurden.

Trotz der Effektivität und Gefahrlosigkeit dieser Mittel muss erwähnt werden, dass die beste Behandlung der häufigsten psychologischen Erkrankungen, wie Depressionen oder Angststörung, in der Kombination von Medikamenten mit Psychotherapie liegt. Obwohl eine einzelne depressive Episode vergleichsweise gut mit Wirkstoffen wie Venlafaxin kuriert werden kann, ist bei länger andauernden Erkrankungen eine Therapie, die dem Patienten Strategien für den Umgang mit Stressauslösern oder negativen Emotionen vermitteln kann, die beste Vorgehensweise.

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